Völlig von der Rolle

Was bei der Kalkulation von Stundensätzen und Preisen oft vergessen wird

Häufig unbeachtet, in seiner Funktion völlig unterschätzt und doch enorm wichtig! Eigentlich aus unserem Haushalt nicht weg zu denken, schenken wir ihm selten den nötigen Respekt.
 
Ich spreche vom Toilettenpapier.
 
Nein, ich möchte euch nicht über die richtige Kalkulation von Toilettenpapierpreisen informieren. Auch nicht über den Wert des Toilettenpapiers und warum dieses so viel günstiger ist als zum Beispiel ein Mascara, obwohl wir ohne Mascara sehr gut klar kommen würden, ohne Toilettenpapier jedoch…
 
Was sehr häufig vergessen wird, beim Start in die Selbstständigkeit im Homeoffice, ist die Tatsache, dass unsere Lebenshaltungskosten steigen.
 
Während wir im Büro unseres Arbeitgebers sitzen, findet ein Teil unseres Lebens dort statt und auch ein Teil unseres Toilettenpapierverbauchs.
 
Verlagern wir nun unseren Arbeitsplatz nach Hause und starten in die Selbstständigkeit, entstehen Mehrkosten, da sich der Verbrauch in unsere 4 Wände und in unseren Geldbeutel verlagert.
 
Ein Beispiel:

Pro Kopf verbrauchen wir Deutschen ca. 15kg Toilettenpapier im Jahr (Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157665/umfrage/pro-kopf-verbrauch-von-toilettenpapier-in-deutschland-und-der-eu/)

 

Bei einem Gewicht von 130g pro Rolle (ohne den Pappring) ist das eine Menge von 115 Rollen.
Ein günstiges Toilettenpapier kostet ca. 32ct pro Rolle.
 

Somit kommen wir auf einen Betrag von 36,80€ pro Jahr/pro Person.

 

Abzüglich unserer Schlafenszeit (ca. 8 Stunden) bleiben 16 Stunden von denen wir also ca. die Hälfte im Büro verbringen.
Somit würden 18,40€ im Jahr auf unseren Arbeitgeber fallen, bzw wir haben 18,40€ im Jahr an Mehrkosten, wenn wir von zuhause arbeiten.
 
Nun, 18,40€ machen den Kohl jetzt nicht fett. Toilettenpapier ist aber nur ein Beispiel, ebenso verhält es sich bei:
 
  • Kaffee,
  • Wasser (auch für die Toilettenspülung, Händewäschen),
  • Getränke allgemein (sofern vom AG kostenlos),
  • Strom,
  • Heizung,
  • Nahrung (sofern z.B. eine kostenlose Kantine vorhanden ist).
 
 

Wenn wir unsere Stundensätze und Preise kalkulieren, ist es daher wichtig, auch diese Kostensteigerungen im Hinterkopf zu haben. Alleine macht das Toilettenpapier keinen großen Unterschied, die Summer der Mehrausgaben allerdings schon.

Übrigens, du kannst nicht nur anteilig Stromkosten in deiner Steuererklärung geltend machen. Auch Ausgaben z.B. für Toilettenpapier können unter Umständen angeben werden. Sprich am besten direkt mit deinem Steuerberater/deiner Steuerberaterin darüber.