Wachstum Finanzierung

Finanzierung von Investitionen

Ob Wachstum, das neue Laptop, Weiterbildung oder der Ersatz des klapperigen Bürostuhls, alles muss irgendwann und irgendwie finanziert werden.Wir zwei Möglichkeiten für die Finanzierung dieser Investitionen. Entweder über unsere Einnahmen oder Geld von außen, z.B. in Form von Krediten, Beteiligungen. Beides hat Vor- und Nachteile. Heute möchte ich aber auf die Funktion des Preises eingehen, wenn wir unsere Investitionen ohne Geld von außen erwirtschaften wollen

Die Rolle des Preises bei der Finanzierung.

Der Preis spielt bei der Finanzierung eine große Rolle, schließlich sind es Preis und Absatzmenge, die unsere Umsätze vorgeben. Wobei der Preis auch einen Einfluss auf die Absatzmenge hat und somit in zweierlei Hinsicht in der Rechnung vorkommt. Der Preis, errechnet anhand einer Kosten-Kalkulation, zeigt, was wir für ein Produkt berechnen müssen, um unsere Kosten zu decken. Die Kosten, die das Produkt mit seiner Herstellung direkt erzeugt und die Kosten, die für alles drum herum anfallen, z.B. den Vertrieb, Werbung, Lagerung etc.
Das gilt übrigens nicht nur, wenn wir physische Produkte verkaufen, auch bei Dienstleistungen oder Online-Produkten ist das Konzept gleich.

 

Bisherige Investitionen finden wir über die dazugehörigen Abschreibungen in unserer Kalkulation wieder. Die Abschreibungen sind ein wichtiger Punkt in der Kalkulation, denn über diese verdient das Produkt die für seine Herstellung benötigten Gegenstände und Maschinen zurück.
Eine rein Ist-Kosten basierte Kalkulation hat aber entscheidende Nachteile. So passt die in unserer Buchhaltung berechnete Abschreibung nicht immer zu der tatsächlichen Nutzungszeit eines Gegenstandes. Die einkalkulierte Abschreibung kann zu niedrig sein, z.B. wenn der Preis für die Wiederbeschaffung eines Gegenstandes am Ende seiner Nutzungsdauer gestiegen ist.

Für das Ziel, dass unsere Produkte am Markt die Gegenstände, die wir für deren Herstellung benötigen zurück verdienen und deren Wiederbeschaffung finanzieren, können wir also nur dann erreichen, wenn wir die Abschreibungsbeträge in der Kalkulation entsprechend anpassen. Wir nennen die Abschreibungen dann kalkulatorische Abschreibungen.
Um das umzusetzen gehst du deine Anlagegüter durch und prüfst, ob die Anschaffungskosten den Kosten der Wiederbeschaffung entsprechen und die Abschreibungsdauer der tatsächlichen Nutzungsdauer entspricht. Über diesen Weg sicherst du, dass du über den Preis die Wiederbeschaffung vorfinanzierst.

Das war ein Aspekt der kalk. Abschreibungen, es gibt noch einen Zweiten.

Die Rolle des Preises für das Wachstum des Unternehmens

Nicht alles was wir künftig anschaffen wollen findet sich bereits in den Abschreibungen. Wenn wir z.B. Kapazitäten erhöhen, Weiterbildungen absolvieren oder bereits abgeschriebene Gegenstände ersetzen wollen, dann finden wir zum Zeitpunkt der Kalkulation keine zu prüfenden Abschreibungen in unserer Buchhaltung. In diesem Falle können wir zusätzliche kalk. Abschreibungen einkalkulieren, um die Investitionen bis zum Zeitpunkt der Realisierung anzusparen.
Dies klappt unter der Voraussetzung, dass es uns möglich ist, den kalkulierten Preis am Markt zu realisieren. Gleichzeitig ist es eine Möglichkeit die Frage nach der richtigen Höhe des einzukalkulierenden Gewinnes zu beantworten.

In diesem Fall errechnet sich die kalk. Abschreibung wie folgt:
Voraussichtliche (Anschaffungs-)Kosten / Dauer bis zur Anschaffung in Monaten

Durch die Kalkulation mit den kalkulatorischen Kosten, versuche ich also, die Kosten der Investition im Voraus zu verdienen und mir auf diesem Wege die Investition ohne Fremdkapital zu ermöglichen.

Auch bei reinen Dienstleistungen und der Kalkulation über einen Stundensatz ist dies möglich. In diesem Falle addiere ich die kalk. Abschreibungen zu den Betriebsausgaben. Es gibt auch keine Vorschrift, dass kalk. Abschreibungen nur für Anlagegüter gebildet werden dürfen. Es ist also auch möglich z.B. geplante Weiterbildungen auf diesem Wege zu finanzieren.

Natürlich steigt der Preis, wenn wir die kalk. Abschreibungen aufnehmen. Wie bereits erwähnt ist die Voraussetzung, dass es möglich ist den entsprechenden Preis am Markt zu bekommen.

Die kalk. Abschreibungen sind dann dem Gewinn zuzurechnen, sie erhöhen also unseren einkalkulierten Gewinn, bzw. ich kann mir die Frage nach dem Gewinnzuschlag zum Teil mit der Höhe der kalk. Kosten beantworten.

Nun stellen wir uns vor, wir kalkulieren die kalk. Abschreibungen nicht ein und müssen unsere Wiederbeschaffung über einen Kredit finanzieren. Was passiert?
Ein Kredit verursacht weitere Kosten, in Form von zu zahlenden Zinsen, ggf. auch Bearbeitungsgebühren. Die entstehenden Kosten liegen also über denen der Wiederbeschaffung ohne Kredit. Das beschaffte Anlagegut, würde wieder normal abgeschrieben werden und Abschreibungen würden als Kosten in die Kalkulation einfließen. Zusätzlich kämen nun noch Zinsen und Gebühren hinzu. Die Kosten, die auf das Produkt umgewälzt werden müssen, würden daher zusätzlich steigen. Der nun kalk. Preis würde also mind. dem entsprechen, was wir inkl. der kalk. Abschreibungen berechnet haben, wenn nicht sogar leicht darüber liegen.
Ebenso verhält es sich, wenn ich Investitionen einkalkuliere, die bisher nicht getätigt sind. Spätestens im Nachgang, würden diese auf die Preise umgerechnet werden und diese erhöhen, dadurch ist eine Vorwegnahme unproblematisch, sofern der Preis am Markt realisierbar ist.