Die Kleinunternehmerregelung aus preisstrategischer Sicht

In diesem Beitrag geht es darum, welche Vorteile es haben kann, die Kleinunternehmerregelung zu wählen und was dabei, aus kalkulatorischer Sicht, beachtet werden muss.

Wenn du noch schwankst, ob du diese Option nutzen willst oder nicht, oder wenn du die Kleinunternehmerregelung bereits nutzt, dann solltest du jetzt weiterlesen.

Es gibt viele Meinungen...

zu der Frage, ob man die Kleinunternehmerregelung nutzen sollte, oder nicht.
Einen Vorteil sehen viele in der Arbeitserleichterung (keine Umsatzsteuervoranmeldung), gerade zu Beginn, wenn die eigene Buchhaltung noch eine Hürde darstellt.

Parallel gibt Einwände, schließlich begrenzt die Kleinunternehmerregelung die Umsätze auf das aktuell gültige Limit.

Es gibt weitere Gedanken, auf die ich hier nicht weiter eingehen will.

 

Die Kleinunternehmerregelung aus preisstrategischer Sicht

Es gibt durchaus Gründe, sich bewusst für die Kleinunternehmerregelung zu entscheiden. Abgesehen von der Arbeitserleichterung und dem Aufwand in der Buchhaltung.

Als Kleinunternehmer berechne ich keine Umsatzsteuer. In der Zusammenarbeit mit Endverbrauchern/Privatpersonen kann dies einen Vorteil darstellen, da meine Rechnungsbeträge 19% günstiger sind, als die der Konkurrenz, sofern diese ihre Rechnungen mit der Umsatzsteuer ausweist. Ich kann gegenüber der Konkurrenz also deutlich günstiger anbieten.
Dies kann sich unter zwei Voraussetzungen lohnen:

1. Meine Ausgaben sind gering, bzw der entgangene Vorsteuerabzug hebt diesen Preisvorteil nicht auf. Denn, mit der Kleinunternehmerregelung verzichte ich auch auf die Möglichkeit mir die gezahlte Vorsteuer vom Finanzamt zurückzuholen.

2. Ich beabsichtige langfristig die Kleinunternehmerregelung zu nutzen. Ansonsten habe ich eine große Preiserhöhung (aus Sicht der Kunden, die als Endverbraucher sich die Steuer nicht wiederholen können, wenn ich in die Regelbesteuerung wechsel. 

In der Kalkulation...

… darf die Entscheidung natürlich nicht vergessen werden.
Die Kostenpositionen die ich in meiner Kalkulation ansetze dürfen, bei Nutzung der Kleinunternehmerregelung, nicht mehr Netto angesetzt werden. Wir müssen nunmehr die Vorsteuer ebenfalls als Kosten einrechnen.

Bei kostenintensiven Gewerben, muss also geprüft werden, ob der Preisvorteil für den Kunden spürbar besteht, oder ggf. durch die höheren Kosten teilweise aufgehoben wird.

Zusammengefasst...

… können wir also sagen, dass die Nutzung einen Preisvorteil für Endkunden darstellen kann. Der fehlende Vorsteuerabzug allerdings für eine Erhöhung der Kosten sorgt.