Notizbuch auf Tisch mit Blatt und Stift, Bruttolohn, Stundensatzkalkulation

Der Brutto-Lohn als verlässliche Grundlage für den Stunden- oder Tagessatz?

 

Bei dem Wechsel vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit ist es uns in der Regel ein Bedürfnis unseren Selbststandard zu halten oder zu verbessern. 

Geht dir das auch so?

Mit diesem Gedanken im Hintergrund scheint es logisch zu sein, unseren ehemaligen Brutto-Lohn als Grundlage oder Anhaltspunkt für die Berechnung eines Stundensatzes zu nehmen.

Warum rate ich dir davon ab?

Der Brutto-Lohn stellt nur einen Teil der Kosten dar, die ein Arbeitnehmer dem Unternehmen verursacht.

Im Brutto-Lohn sind unter anderem nicht berücksichtigt:
die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung,
Urlaubsgeld,
Weihnachtsgeld,
Boni.

Insbesondere auch die Kosten für Weiterbildungen, Arbeitsplatz, Büromiete, Büromaterial oder Laptop/PC. Dazu kommen noch nicht so offensichtliche Kosten, wie z.B. Zuschüsse für die Verpflegung (Kantine, Kaffee, Getränke) oder Toilettenpapier.
Je nach Arbeitsplatz, stand der Ausbildung, vertraglichen Vereinbarungen und weiteren Variablen, weicht der Brutto-Lohn erheblich von den eigentlichen Kosten ab und kann daher nicht als Grundlage einer langfristigen und wirtschaftlichen Preis- oder Stundensatzkalkulation dienen.

Fehlt da nicht noch etwas?
Im Brutto-Lohn sind auch die spezifischen Kosten, die dein Unternehmen verursacht, nicht enthalten. Vor der Berechnung des Stundensatzes ist es notwenig eine genaue Analyse der Kosten zu machen. Dazu gehören auch zukünftige Kosten, z.B. für geplante Anschaffungen.
Ein Beispiel

Angenommen wir haben ein Bruttogehalt von 3000€, gehe ich davon aus, dass ich monatlich 17 Tage arbeite, komme ich auf einen Tagessatz von ca. 176,50€.
Nun habe ich erfahren, dass ich meinen Brutto-Lohn mit 1,7 multiplizieren sollte, um eine Einschätzung der tatsächlichen Kosten zu haben, die mein Arbeitgeber mit mir hat. Damit komme ich auf 5100€ als Grundlage meiner Berechnung, also einem Tagessatz von 300€.
Der Unterschied beträgt 123,50€ pro Tag, also knapp 2100€ pro Monat.

Wobei in diesem Beispiel immernoch die wichtige Aufstellung der eigentlichen Kosten fehlt, die die Grundlage einer wirtschaftlichen Kalkulation sein sollte.

Möchtest du gerne mehr darüber erfahren, wie wir einen wirtschaftlichen Stunden- oder Tagessatz berechnen? Dann buche gerne eine meiner kostenlosen 20 Minuten Beratungen.